TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) ist der Standard der Automobilindustrie für den Nachweis von Informationssicherheit: Hersteller und Zulieferer lassen sich nach dem VDA-ISA-Katalog prüfen und teilen die Ergebnisse über eine gemeinsame Plattform — ein Assessment, das alle Teilnehmer anerkennen, statt Einzelaudits je Kunde.
Wer für Automobilhersteller arbeitet oder deren vertrauliche Informationen verarbeitet, kommt an TISAX praktisch nicht vorbei: Viele OEMs setzen ein gültiges Label als Bedingung für die Zusammenarbeit voraus.
Wie TISAX funktioniert
Grundlage ist der ISA-Katalog des VDA, inhaltlich eng an ISO 27001 angelehnt und ergänzt um Module für Prototypenschutz und Datenschutz. Je nach Schutzbedarf der verarbeiteten Informationen gelten Assessment-Level: von der Selbstauskunft mit Plausibilisierung bis zur Vor-Ort-Prüfung durch einen zugelassenen Prüfdienstleister. Das Ergebnis sind Labels mit drei Jahren Gültigkeit, geteilt über die ENX-Plattform.
Der Weg dorthin führt über ein gelebtes ISMS: Risikomanagement, Richtlinien, Zugriffskontrolle, physische Sicherheit, Lieferantensteuerung — plus die automotive-spezifischen Anforderungen, etwa an den Umgang mit Prototypen und Erlkönig-Material. Reifegrade zählen: Prozesse müssen nicht nur existieren, sondern nachweisbar wirken.
TISAX in der Praxis
- Ein Assessment für viele Kunden: Ergebnis-Teilen ersetzt Auditserien.
- Drei Assessment-Level je nach Schutzbedarf — bis zur Vor-Ort-Prüfung.
- Netzwerksicherheit zahlt direkt ein: Segmentierung, Zugriffskontrolle, Monitoring.
- Vorbereitung realistisch planen: Vom ISMS-Aufbau bis zum Label vergehen oft Monate.