Retrieval-Augmented Generation (RAG) ist das Architekturmuster, mit dem LLMs verlässlich über eigenes Unternehmenswissen sprechen: Vor der Antwort sucht das System passende Passagen aus den eigenen Quellen — Dokumente, Wikis, Tickets, Datenbanken — und gibt sie dem Modell als Kontext mit. Das Modell formuliert, das Retrieval liefert die Fakten.
RAG löst damit die drei Kernprobleme des reinen LLM-Einsatzes: veraltetes Trainingswissen, fehlende interne Kenntnisse und Halluzinationen — und macht Antworten über Quellenangaben nachprüfbar, ohne dass sensible Daten ins Modelltraining fließen.
Wie eine RAG-Pipeline funktioniert
Vorbereitung: Dokumente werden in Abschnitte zerlegt (Chunking), per Embedding-Modell in Vektoren übersetzt und in einer Vektordatenbank indexiert. Anfrage: Die Nutzerfrage wird ebenso eingebettet, die semantisch ähnlichsten Passagen werden gefunden — oft kombiniert mit klassischer Stichwortsuche (Hybrid Search) und einem Re-Ranking der Treffer.
Generierung: Die besten Passagen wandern zusammen mit der Frage in den Prompt; das LLM antwortet ausschließlich auf dieser Grundlage und zitiert die Quellen. Die Qualität steht und fällt mit dem Retrieval — deshalb entscheiden Chunking-Strategie, Aktualität des Index und saubere Quellpflege mehr über den Erfolg als die Modellwahl.
Worauf es im Unternehmenseinsatz ankommt
- Berechtigungen durchreichen: Das System darf nur finden, was der fragende Nutzer sehen dürfte.
- Quellenpflicht: jede Antwort mit Beleg — sonst bleibt die Halluzinationsfrage offen.
- Indexpflege: veraltete und widersprüchliche Dokumente verderben jede Antwortqualität.
- Injection-Risiko beachten: Auch indexierte Dokumente können manipulative Anweisungen enthalten.