MTTR (Mean Time to Repair, auch Mean Time to Recovery) ist die durchschnittliche Zeit von der Störung bis zur Wiederherstellung eines Dienstes. Sie ist die zentrale Betriebskennzahl, denn sie bestimmt direkt, wie viel Ausfallzeit sich pro Vorfall summiert — und damit die realen Kosten.
MTTR steht nie allein: MTTA (Time to Acknowledge) misst, wie schnell die Bearbeitung beginnt, MTBF (Mean Time Between Failures) beschreibt, wie häufig Störungen auftreten. Zusammen ergeben sie das Bild der Betriebsqualität.
Wie senkt man die MTTR?
Der größte Hebel liegt vor der Reparatur: Proaktives Monitoring erkennt Störungen, bevor Nutzer sie melden — das verkürzt die Detektionszeit, die in vielen Umgebungen den Löwenanteil ausmacht. Danach zählen klare Runbooks, geübte Eskalationswege und Zugriff auf die richtigen Systeme; im Idealfall behebt Automatisierung Standardfälle ganz ohne Menschen.
Ebenso wichtig: saubere Dokumentation und rückholbare Änderungen. Wer im Störfall erst herausfinden muss, wie das System konfiguriert ist, verliert die teuersten Minuten.
MTTR richtig nutzen
- Je Schweregrad getrennt messen — ein Mittelwert über alles verwischt kritische Vorfälle.
- Detektions-, Reaktions- und Behebungsanteil trennen: Wo geht die Zeit wirklich verloren?
- Trends beobachten statt Einzelwerte: Wird der Betrieb strukturell schneller?
- Mit MTBF kombinieren: seltene, kurze Störungen sind das Ziel — nicht nur schnelle Reparatur.