Ein Immutable Backup ist eine Sicherungskopie, die für einen festgelegten Zeitraum unveränderbar ist: Sie kann weder überschrieben noch gelöscht noch verschlüsselt werden — auch nicht von Administratoren oder Angreifern mit gestohlenen Admin-Rechten. Technisch steckt dahinter meist Object Lock im WORM-Modus (Write Once, Read Many).
Damit adressiert Immutability die Kernstrategie moderner Ransomware: erst die Backups zerstören, dann die Produktion verschlüsseln. Eine unveränderbare Kopie bleibt als letzte verlässliche Wiederherstellungslinie bestehen — vorausgesetzt, sie ist richtig konfiguriert.
Wie Unveränderbarkeit technisch funktioniert
Objektspeicher mit Object Lock ist der verbreitetste Weg: Beim Schreiben erhält jedes Objekt eine Aufbewahrungsfrist, innerhalb derer Lösch- und Änderungsoperationen die Speicher-API selbst verweigert. Im Compliance-Modus gilt das ausnahmslos — auch für den Root-Account. Alternativen sind gehärtete Linux-Repositories mit Immutability-Flag, WORM-Tape oder spezialisierte Backup-Appliances.
Entscheidend ist der Modus: Governance-Modus erlaubt privilegierten Konten das vorzeitige Aufheben — das schützt gegen Bedienfehler, aber nicht gegen Angreifer mit erbeuteten Admin-Rechten. Wirksame Ransomware-Resilienz braucht Compliance-Modus plus getrennte Zugangsdaten und MFA für die Backup-Umgebung.
Worauf es in der Praxis ankommt
- Aufbewahrungsfrist an Erkennungszeiten koppeln: Angriffe bleiben oft wochenlang unentdeckt.
- Compliance- statt Governance-Modus für die letzte Verteidigungslinie.
- Getrennte Administrationsdomäne: Backup-Zugänge nie aus der Produktions-AD ableiten.
- Restore-Tests auch aus der unveränderbaren Kopie — Immutability ersetzt keine Wiederherstellungsprobe.