Identity and Access Management (IAM) umfasst die Prozesse und Systeme, mit denen Organisationen digitale Identitäten und deren Zugriffsrechte verwalten: Konten anlegen und stilllegen, Authentifizierung, Rechtevergabe, Rollen und regelmäßige Überprüfung.
IAM ist das Fundament von Zero Trust: Wenn Zugriff nicht mehr am Netzwerkperimeter, sondern an Identität und Kontext hängt, wird die Qualität der Identitätsverwaltung zur Sicherheitsgrenze. Die meisten erfolgreichen Angriffe beginnen heute mit einer kompromittierten Identität, nicht mit einer technischen Lücke.
Die Bausteine von IAM
Am Anfang steht der Lebenszyklus: Beim Eintritt entstehen Konten und Grundrechte (Joiner), bei Wechseln werden sie angepasst (Mover), beim Austritt zuverlässig entzogen (Leaver) — automatisiert aus dem Personalprozess, nicht per Zuruf. Darauf setzen Authentifizierung (idealerweise per SSO und MFA über einen zentralen Identity Provider) und Autorisierung auf: Rollen und Richtlinien entscheiden, wer was darf.
Den Abschluss bilden Nachweis und Hygiene: Rezertifizierungen prüfen regelmäßig, ob vergebene Rechte noch gebraucht werden; verwaiste Konten und Rechteanhäufung sind die typischen Befunde — und beliebte Einstiegspunkte für Angreifer.
Woran IAM in der Praxis scheitert
- Offboarding-Lücken: Konten ausgeschiedener Mitarbeitender bleiben aktiv.
- Rechteanhäufung: Wechsel bringen neue Rechte, alte werden nie entzogen.
- Schatten-Identitäten in SaaS-Diensten außerhalb des zentralen Verzeichnisses.
- Technische Konten ohne Eigentümer, Ablaufdatum und Überwachung.