Glossar · einfach erklärt

Cyber Resilience Act (CRA)

Der Cyber Resilience Act (CRA) ist die EU-Verordnung für die Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Elementen — von vernetzter Hardware bis zu reiner Software. Er verpflichtet Hersteller, Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus zu gewährleisten: Security by Design, Schwachstellenmanagement und kostenlose Sicherheitsupdates über den Unterstützungszeitraum.

Neu ist der Hebel: Ohne CRA-Konformität keine CE-Kennzeichnung — und damit kein EU-Marktzugang. Cybersicherheit wird so vom Qualitätsmerkmal zur Marktzulassungsbedingung; die Pflichten greifen gestaffelt bis Ende 2027.

Was der CRA von Herstellern verlangt

Produkte müssen mit sicheren Voreinstellungen ausgeliefert werden und ohne bekannte ausnutzbare Schwachstellen auf den Markt kommen; eine Risikobewertung und technische Dokumentation gehören zur Konformität. Über den Unterstützungszeitraum sind Schwachstellen aktiv zu behandeln und Updates bereitzustellen — inklusive einer koordinierten Meldemöglichkeit für Sicherheitsforscher.

Dazu kommen scharfe Meldepflichten: aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Vorfälle sind binnen 24 Stunden an die ENISA beziehungsweise die nationalen Stellen vorzumelden. Für wichtige und kritische Produktklassen gelten verschärfte Konformitätsverfahren bis zur Drittprüfung.

Wen der CRA betrifft — und wie man sich vorbereitet

  • Hersteller vernetzter Produkte und Software für den EU-Markt — auch außerhalb der EU ansässige.
  • Importeure und Händler mit eigenen Prüfpflichten in der Kette.
  • Vorbereitung: SBOM und Schwachstellenprozesse aufbauen, Update-Fähigkeit über Jahre sichern.
  • Einkäufer profitieren: CRA-Konformität wird zum Auswahlkriterium für sichere Produkte.

Häufige Fragen zu Cyber Resilience Act (CRA)

Welche Produkte fallen unter den CRA?

Grundsätzlich alle Produkte mit digitalen Elementen, die eine Datenverbindung haben können — Hardware wie Software, vom Router bis zur Anwendung. Ausgenommen sind Bereiche mit eigenen Regimen, etwa Medizinprodukte oder Fahrzeuge; reine SaaS-Dienste fallen nur in Sonderfällen darunter.

Ab wann gelten die CRA-Pflichten?

Gestaffelt: Die Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen greifen ab 2026, die vollen Produktanforderungen Ende 2027. Wer Produkte mit langen Entwicklungszyklen baut, muss die Anforderungen faktisch jetzt in laufende Entwicklungen einplanen.

Was bedeutet Security by Design im CRA konkret?

Sicherheit als Entwurfsanforderung: sichere Voreinstellungen, minimierte Angriffsflächen, Schutz von Vertraulichkeit und Integrität, Härtung gegen bekannte Angriffsklassen — dokumentiert über eine Risikobewertung, die zur technischen Dokumentation der CE-Konformität gehört.

Welche Rolle spielt eine SBOM im CRA?

Die Software Bill of Materials — das maschinenlesbare Inventar aller Komponenten — ist Teil der Dokumentationspflichten und die Grundlage funktionierenden Schwachstellenmanagements: Nur wer seine Komponenten kennt, kann auf CVEs in Abhängigkeiten reagieren.

Was heißt der CRA für Unternehmen als Einkäufer?

Rückenwind: CE-konforme Produkte bringen künftig zugesicherte Update-Zeiträume, Schwachstellenprozesse und Sicherheitsdokumentation mit. In Ausschreibungen lässt sich CRA-Konformität als Kriterium verankern — und das Lieferkettenrisiko sinkt strukturell.

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