Cryptojacking ist der heimliche Missbrauch fremder Rechenleistung zum Schürfen von Kryptowährungen: Kompromittierte Server, Cloud-Instanzen oder Container arbeiten für das Wallet des Angreifers — bezahlt über Ihre Strom- und Cloud-Rechnung.
Der Angriff will unentdeckt bleiben: kein Datendiebstahl, keine Erpressung, keine Zerstörung. Genau das macht ihn tückisch — und zu einem verlässlichen Indikator dafür, dass jemand Zugang zu Ihrer Umgebung hat, der ihn morgen auch anders nutzen könnte.
Wie Cryptojacking in Umgebungen gelangt
Bevorzugte Wege sind ungepatchte, exponierte Dienste, kompromittierte Container-Images, offene Kubernetes-Dashboards und geleakte Cloud-Zugangsdaten — Miner lassen sich in Minuten automatisiert ausrollen. In der Cloud missbrauchen Angreifer gestohlene API-Schlüssel, um selbst neue, leistungsstarke Instanzen zu starten: Der Schaden entsteht dann in der Abrechnung, nicht auf eigenen Maschinen.
Erkennung gelingt über Verhalten: dauerhaft hohe CPU- oder GPU-Last ohne Geschäftszweck, Verbindungen zu Mining-Pools, unerwartete Instanzstarts und Kostensprünge. Cloud-Kostenalarme sind dabei ein unterschätzter Sicherheitssensor.
Warnsignale und Gegenmaßnahmen
- Grundlast steigt schleichend, Systeme werden träge — ohne neues Workload.
- Cloud-Rechnung springt: fremdgestartete Instanzen, unbekannte Regionen.
- Egress-Filter blocken Mining-Pool-Verbindungen und machen Miner nutzlos.
- Der eigentliche Befund bleibt der Zugang: Einfallstor suchen und schließen.