Credential Stuffing ist das automatisierte Durchprobieren geleakter Zugangsdaten: Angreifer nehmen Milliarden von E-Mail-Passwort-Paaren aus früheren Datenlecks und testen sie per Botnetz gegen Login-Seiten — in der Erwartung, dass Menschen Passwörter über Dienste hinweg wiederverwenden.
Die Trefferquote ist klein, die Masse riesig: Schon Bruchteile eines Prozents bedeuten bei Millionen Versuchen tausende übernommene Konten. Für den Betreiber sieht der Angriff wie normaler Login-Verkehr aus — verteilt über unzählige IP-Adressen.
Warum klassische Abwehr versagt
Anders als Brute Force probiert Credential Stuffing je Konto oft nur ein einziges, korrektes Paar — Kontosperren nach Fehlversuchen greifen kaum. Die Anfragen kommen aus Botnetzen mit Wohnadress-IPs und imitieren echte Browser; IP-Sperrlisten und einfache Rate Limits laufen ins Leere.
Wirksam ist die Kombination: Bot-Management erkennt automatisierte Clients am Verhalten, Abgleiche mit bekannten Leak-Datenbanken markieren kompromittierte Zugangsdaten beim Login, und MFA oder Passkeys entwerten gestohlene Passwörter komplett.
Woran man laufendes Stuffing erkennt
- Anstieg fehlgeschlagener Logins über viele Konten und IPs verteilt.
- Login-Erfolge aus ungewöhnlichen Regionen oder zu untypischen Zeiten.
- Beschwerden über Kontoübernahmen ohne erkennbares Phishing.
- Auffällige Last auf Login- und Passwort-Reset-Endpunkten.