Glossar · einfach erklärt

Colocation

Colocation bedeutet, eigene Server und Netzwerktechnik in einem professionellen Fremdrechenzentrum zu betreiben: Der Anbieter stellt Fläche, redundanten Strom, Kühlung, physische Sicherheit und Konnektivität — die Hardware, ihr Betrieb und die Daten bleiben vollständig in eigener Hand.

Zwischen eigenem Serverraum und Public Cloud besetzt Colocation die Mitte: professionelle Infrastruktur ohne eigenes Rechenzentrum, volle Kontrolle ohne Cloud-Abhängigkeit. Besonders wertvoll ist die Nachbarschaft — Carrier, Internetknoten und Cloud-Onramps sind im selben Gebäude erreichbar.

Was Colocation liefert — und was nicht

Der Anbieter garantiert die Hülle: unterbrechungsfreie Stromversorgung mit Netzersatz, redundante Klimatisierung, Brandschutz, Zutrittskontrolle und Verfügbarkeits-SLAs, klassifiziert nach Tier- oder EN-50600-Stufen. Gemietet wird nach Höheneinheiten, Racks oder Cages; Strom wird zunehmend nach Verbrauch und Leistungsdichte bepreist — relevant, seit GPU-Racks ein Vielfaches klassischer Server ziehen.

Alles im Rack bleibt Kundensache: Hardware-Lifecycle, Betriebssysteme, Patches, Monitoring, Backups. Wer dafür kein Team vorhalten will, kombiniert Colocation mit Remote-Hands-Services des Betreibers oder einem Managed-Services-Partner, der den Betrieb übernimmt — die Grenze zwischen Colocation und Managed Hosting ist fließend gestaltbar.

Warum Unternehmen kolokieren

  • Hybrid-Fundament: eigene Systeme direkt neben Cloud-Onramps — private Interconnects statt Internet.
  • Datensouveränität: volle Kontrolle über Hardware und Daten, Standort in Deutschland/EU wählbar.
  • Kostenstabilität für Dauerlasten und Spezialhardware (GPU, Lizenz-gebundene Systeme).
  • Exit aus dem eigenen Serverraum: professionelle Redundanz ohne Bau-Investition.

Häufige Fragen zu Colocation

Was ist der Unterschied zwischen Colocation und Cloud?

Bei Colocation gehört die Hardware Ihnen — Sie kaufen, betreiben und skalieren sie selbst; gemietet ist nur die Umgebung. Die Cloud vermietet virtuelle Ressourcen nach Verbrauch. Colocation punktet bei Kontrolle und planbaren Dauerkosten, die Cloud bei Elastizität und Managed Services.

Was kostet Colocation typischerweise?

Abgerechnet wird meist je Rack oder Höheneinheit plus Strom — Letzterer ist inzwischen der dominante Faktor und wird nach Verbrauch oder bereitgestellter Leistung bepreist. Dazu kommen Cross-Connects und optionale Remote Hands. Bei stabiler Grundlast liegt Colocation oft deutlich unter vergleichbarer Dauerkapazität in der Cloud.

Wie hängen Colocation und Hybrid Cloud zusammen?

Colocation-Standorte sind die natürlichen Ankerpunkte hybrider Architekturen: Cloud-Onramps im Haus ermöglichen private, latenzarme Anbindung an Hyperscaler, Carrier-Vielfalt redundante WAN-Wege. Eigene Systeme und Cloud-Workloads rücken so auf wenige Millisekunden zusammen.

Worauf sollte man bei der Anbieterwahl achten?

Verfügbarkeitsklasse und Nachweise (Tier/EN 50600, ISO 27001 des Betreibers), Strompreismodell und Leistungsdichte je Rack, Carrier-Neutralität und verfügbare Cloud-Onramps, Remote-Hands-Qualität, Erweiterungsreserven — und den Standort: Latenz zu Nutzern, Redundanz-Abstand zum Zweitstandort.

Bleibt die Verantwortung für die IT-Sicherheit beim Kunden?

Ja — der Betreiber verantwortet physische Sicherheit und Gebäudeinfrastruktur, alles ab Rack-Innenseite bleibt Kundenaufgabe: Systemhärtung, Patches, Netzsegmentierung, Zugriffskontrolle, Monitoring. Genau dieser Betriebsteil lässt sich an einen Managed-Services-Partner delegieren.

Offene Fragen dazu in Ihrer Umgebung? KAEMI berät Sie anforderungsorientiert und übernimmt auf Wunsch auch das laufende Management.