Conditional Access (bedingter Zugriff) macht Zugriffsentscheidungen kontextabhängig: Statt einer pauschalen Anmeldung bewertet jede Zugriffsanfrage Signale wie Identität, Gerätestatus, Standort, Anwendung und Risikobewertung — und die Richtlinie entscheidet: zulassen, zusätzliche Prüfung verlangen oder blockieren.
Das ist Zero Trust in der Praxis: Vertrauen ist keine Eigenschaft des Netzwerks mehr, sondern das Ergebnis einer Prüfung — bei jeder Anmeldung neu.
Wie funktionieren Conditional-Access-Richtlinien?
Eine Richtlinie kombiniert Bedingungen und Kontrollen: Wenn ein Nutzer der Finanzgruppe (Bedingung) von einem nicht verwalteten Gerät (Bedingung) auf das ERP zugreift (Bedingung), dann verlange phishing-resistente MFA und blockiere Downloads (Kontrollen). Signale liefern IdP, Geräteverwaltung und Risiko-Engines — etwa unmögliche Reisewege oder bekannt kompromittierte Zugangsdaten.
Wirksame Regelwerke bleiben klein und klar: wenige, gut begründete Richtlinien mit definierten Ausnahmen schlagen einen Wildwuchs aus Spezialfällen, den niemand mehr überblickt. Der Einstieg gelingt im Report-only-Modus, der Auswirkungen zeigt, bevor Regeln scharf schalten.
Typische Richtlinien in der Praxis
- MFA oder Passkey verpflichtend für alle — phishing-resistent für Administratoren.
- Zugriff auf sensible Anwendungen nur von verwalteten, konformen Geräten.
- Blockade veralteter Anmeldeverfahren ohne moderne Prüfmöglichkeiten.
- Risikoanmeldungen: Zusatzprüfung oder Sperre bei Anomalien.