Prompt Injection ist ein Angriff auf LLM-basierte Anwendungen: Manipulierte Eingaben oder präparierte Inhalte bringen das Modell dazu, seine eigentlichen Anweisungen zu ignorieren und stattdessen die des Angreifers auszuführen — Daten preiszugeben, Schutzregeln zu umgehen oder angebundene Werkzeuge zu missbrauchen. Die OWASP führt sie als Top-Risiko für LLM-Anwendungen.
Die Wurzel des Problems: LLMs verarbeiten Anweisungen und Daten im selben Kanal — was wie Inhalt aussieht, kann als Befehl wirken. Das macht Prompt Injection zur strukturellen Schwäche, die sich nicht einfach „wegpatchen" lässt, sondern Architekturarbeit verlangt.
Direkte und indirekte Injection
Direkte Injection kommt vom Nutzer selbst: geschickt formulierte Eingaben, die Systemanweisungen aushebeln („Ignoriere alle bisherigen Regeln …") — bekannt als Jailbreaking. Ärgerlich bei Chatbots, gefährlich, sobald das System interne Daten kennt oder Aktionen ausführen kann.
Indirekte Injection ist die gefährlichere Variante: Die Anweisung steckt in Inhalten, die das System verarbeitet — einer Webseite, die der KI-Browser liest, einer E-Mail, die der Assistent zusammenfasst, einem Dokument im RAG-Index, unsichtbar als weißer Text oder in Metadaten. Der Nutzer sieht nichts; das Modell führt fremde Befehle aus. In Kombination mit Werkzeugzugriff (Mail senden, Dateien lesen, APIs aufrufen) entsteht daraus reale Handlungsmacht für Angreifer.
Verteidigung in Schichten
- Least Privilege für KI-Systeme: minimale Werkzeuge, minimale Datenzugriffe, keine stehenden Admin-Rechte.
- Mensch im Kritischen Pfad: irreversible Aktionen (senden, löschen, zahlen) nur mit Bestätigung.
- Ein- und Ausgabefilter bzw. AI-Gateways: bekannte Injection-Muster erkennen, Ausgaben auf Datenabfluss prüfen.
- Vertrauensgrenzen markieren: externe Inhalte als Daten behandeln, von Anweisungen trennen — und so wenig Ungeprüftes wie möglich einlesen.