Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff (MitM, auch On-Path-Angriff) schaltet sich der Angreifer unbemerkt zwischen zwei Kommunikationspartner: Beide glauben, direkt miteinander zu sprechen, tatsächlich läuft alles über den Angreifer — der mitlesen, aufzeichnen oder gezielt verändern kann.
Die Einstiegspunkte sind vielfältig: manipulierte WLANs, vergiftete Namensauflösung (ARP- oder DNS-Spoofing), kompromittierte Router — oder gefälschte Zertifikate, wenn Nutzer Warnungen wegklicken.
Wie MitM-Angriffe funktionieren
Im lokalen Netz genügt oft ARP-Spoofing: Der Angreifer gibt sich als Gateway aus, und aller Verkehr fließt durch sein Gerät. Im offenen WLAN übernimmt ein bösartiger Hotspot dieselbe Rolle. Auf Internet-Ebene führen DNS-Manipulationen Opfer auf nachgebaute Server, ohne dass die Adresszeile verdächtig aussieht.
Die Gegenwehr ist vor allem kryptografisch: Durchgängiges TLS macht Mitlesen wertlos und Manipulation erkennbar — sofern Zertifikatswarnungen ernst genommen werden. DNSSEC sichert die Namensauflösung, verschlüsseltes DNS (DoH/DoT) den Weg dorthin; Zero-Trust-Zugriff ersetzt das Vertrauen ins lokale Netz gleich ganz.
Typische MitM-Szenarien
- Böser Zwilling: gefälschter WLAN-Hotspot mit vertrautem Namen.
- ARP-Spoofing im LAN: Angreifer spielt Gateway.
- DNS-Spoofing: manipulierte Auflösung führt auf nachgebaute Dienste.
- TLS-Downgrade und Zertifikats-Tricks bei sorglosen Clients.