Ein Large Language Model (LLM) ist ein neuronales Netz, das auf riesigen Textmengen trainiert wurde und Sprache statistisch modelliert: Es sagt Token für Token die wahrscheinlichste Fortsetzung voraus — und kann dadurch Texte verstehen, zusammenfassen, übersetzen, Code schreiben und Fragen beantworten. LLMs sind die Grundlage von Diensten wie ChatGPT, Claude und den Copilots in Office-Werkzeugen.
Für Unternehmen sind LLMs zugleich Produktivitätshebel und Governance-Thema: Sie beschleunigen Wissensarbeit messbar, bringen aber eigene Risiken mit — von Halluzinationen über Datenabfluss bis zu neuen Angriffsflächen wie Prompt Injection.
Wie LLMs funktionieren — in Kürze
Technische Basis ist die Transformer-Architektur: Texte werden in Token zerlegt, als Vektoren repräsentiert und über Attention-Mechanismen in Beziehung gesetzt. Im Pre-Training lernt das Modell Sprachmuster aus Milliarden von Dokumenten; Feintuning und Alignment richten es danach auf hilfreiches, sicheres Verhalten aus. Das Kontextfenster begrenzt, wie viel Text das Modell je Anfrage einbeziehen kann.
Wichtig fürs Erwartungsmanagement: Ein LLM ist kein Nachschlagewerk, sondern ein Wahrscheinlichkeitsmodell — es kann überzeugend formulierte Fehlinformationen erzeugen (Halluzinationen) und kennt nur den Stand seines Trainings. Verlässlich wird es im Unternehmenseinsatz durch Anbindung an eigene, geprüfte Wissensquellen (RAG) und durch menschliche Kontrolle kritischer Ausgaben.
Einsatz im Unternehmen: die Weichenstellungen
- Bezugsmodell: API großer Anbieter, europäisches Hosting oder selbst betriebene Open-Weight-Modelle — je nach Datenschutz- und Kostenlage.
- Datenschutz: klare Regeln, welche Daten in welche Modelle dürfen; AVV und Verarbeitungsorte prüfen.
- Grounding: RAG statt blindem Vertrauen — Antworten aus eigenen Quellen mit Belegen.
- Governance: Nutzung sichtbar machen (Stichwort Shadow AI) und EU-AI-Act-Pflichten zuordnen.